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Weltbewusst – Stadtrundgang

Die „Globaltrotter“ des Weltladens bieten die „Weltbewußt-Stadtrundgänge“ zu den Themen Globalisierung und nachhaltiger Konsum an.

Die Globaltrotter sind: Eva Militz (im Bild am Einkaufswagen), Miriam Weiß und mehrere Jugendliche die das Team unterstützen.

Informationen und Kontkatdaten gibt es im Weltladen Bad Waldsee.

Am 19. Oktober 2011 berichtete die Schwäbische Zeitung über den Weltbewusst Stadtrundgang:

Weltbewusst – Stadtrundgang

Die weltweite Vernetzung zeigte sich am vergangenen Wochenende nicht nur in den globalen Protesten gegen die Macht der Banken, auch bei einem samstäglichen Bummel durch die Waldseer Innenstadt kann einem bewusst werden, dass jeder in ein weltweites Handelsnetz verflochten ist. Hilfestellung in dieser komplexen Materie bekam man während eines 90-minütigen Stadtrundgangs von Eva Militz, Miriam Weiss und Leonie Ulmer. Die drei hatten sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hunger fair ändern“ zusammengefunden, um anhand von typischen Alltagsprodukten auf die Globalisierung des Konsums hinzuweisen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie jeder einzelne durch bewusstes Agieren als Konsument auf weltweite Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einwirken kann. Eva Militz ist Mitglied im Kirchengemeinderat der evangelischen Kirchengemeinde, Miriam Weiss ist Schülerin der Realschule, Leonie Ulmer besucht das Gymnasium in Bad Waldsee und beide sind Mitarbeiterinnen im Waldseer Weltladen.

Erste Station der rund 20 Konsumenten war ein Bekleidungsdiscounter in der Ravensburger Straße. Sein Sortiment und seine Superangebote dienten als Aufhänger für Weiss, um die Rolle von Kleidung in der Globalisierung aufzuzeigen. Interessante Fakten zum Verteilung des Verkaufserlöses, aber auch zum Produktionsprozess und den dabei beanspruchten Ressourcen hatte sie zusammen getragen. Ein Deutscher kauft im Jahr rund 40 Kleidungstücke und für die Produktion einer einzigen Jeans werden insgesamt 40-tausend Liter Wasser benötigt. Die Veranstalter empfehlen nun bei Leibe nicht, auf zeitgemäße Kleidung zu verzichten, aber falls man mit den beschriebenen Zuständen nicht glücklich ist, kann man die eigenen Kleider länger tragen, Bio-Mode kaufen oder auf Fair-trade Siegel achten. Diese Möglichkeiten kann man an der nächsten Station schwerlich in Betracht ziehen. An der Handystation geht es um Unterhaltungselektronik, Computer und natürlich Handys. Über 30 verschiedene Metalle sind in einem Handy und allein um die 0,034Gramm Gold pro Handy zu schürfen, werden 100 Kilo Abraum bewegt. Die Arbeitsbedingungen in den Erzgruben, vor allem in China und Afrika, sind weit entfernt was bei uns als Standard gilt und erinnern eher an das Mittelalter. Nachhaltiges Handeln ist aber auch in diesem Produktsegment für jeden Einzelnen möglich. Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Handys von nur 18 Monaten lässt sich leicht verlängern und danach sollte es einem ordentlichen Recyclingprozess zugeführt werden. Allein die alten, ungenutzten Handys, die noch in deutschen Haushalten deponiert sind, beinhalten rund 2400 Kilogramm Gold, welches für neue Geräte recycelt werden könnte. Dritte Station war ein Kosmetikgeschäft in dem die junge Dame von heute alle 20 Produkte bekommt, die sie an einem normalen Morgen benutzt, bevor sie das Haus verlässt. Bei diesen Produkten kann der Kunde darauf achten, ob die Inhaltsstoffe bio und fair sind. Nicht zu übersehen ist übrigens das Problem Tierversuche, die bei der Entwicklung synthetischer Wirkstoffe vielfach durchgeführt werden. Zu guter Letzt stand die Gruppe vor dem Waldseer Weltladen, ein Geschäft in dem die verkauften Waren den Ansprüchen an Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit entsprechen. Angesichts der Mengen die bundesweit von den verschiedenen Produkten verbraucht werden, können auch schon kleine Änderungen im Konsumverhalten des Einzelnen spürbare Wirkungen auf die Weltgerechtigkeit und Schöpfung haben. Weitere Informationen im Internet: www.weltbewusst.org